Fraktalisman.de
Cartoons / Bilder
Fantastische ...
... Literatur

... und Filme
Mind-Flash Mag
Fraktale
Indien
Musik
Skate
Spiele
Links

English
Fraktalisman at Myspaceadd Fraktalisman to del.icio.usFraktalisman at FlickR

Willis, Carroll, Brunner, Dick, Vance, Lem, Le Guin, Brin, Herbert, Stephenson, Piercy, Bradley, Tolkien, Rowling, Rushdie, Mulisch, Noon,
Harry Potter
(C) fraktalisman
Kontakt / Impressum

Empfehlungen fantastischer Literatur


Lange Zeit waren gute (Science-Fiction-) Bücher schwer zu bekommen. Inzwischen sind viele großartige Romane wieder neu aufgelegt worden und im Buchhandel bzw. bei Amazon oder Buch.de zu kriegen ... bis sie dann irgendwann wieder vergriffen sind. Fantastische Literatur ist natürlich mehr als Fantasy und Science Fiction, und ein klischeehaftes Image kann einem Roman auch schaden. Alle Bücher die ich hier vorstelle habe ich selbst gelesen und finde sie aus dem einen oder anderen Grund empfehlenswert.

Salman Rushdie: Haroun und das Meer der Geschichten:

Haroun and the Sea of Stoire by Salman Rushdie Buchcover
Salman Rushdie's Harun und das Meer der Geschichten (Orginal: Haroun and the Sea of Stories, 1990) eins der besten und schönsten Bücher von Rushdie, im Gegensatz zu manch anderen auch gar nicht schwer zu verstehen. Ein Märchen aus Kashmir über das Geschichtenerzählen. Mira, eine Freundin von mir, hat wunderschöne Illustrationen zu dieser Geschichte gemacht die mich damals überhaupt erst auf die Idee brachten das Buch zu lesen. Es ist genauso surrealistisch aber noch viel märchenhafter als Rushdie's erster Roman "Grimus". Noch bekannter als durch seine Bücher wurde Salman Rushdie durch die von iranischen Fundamentalisten gegen ihn ausgesprchene Morddrohung. Sein im Sommer 2001 erschienener Roman "Wut" (Fury) spielt in New York und passt gut in unsere Zeit. Haroun bei Amazon.de ...    Rushdie-Romane ...

Harry Mulisch und Connie Willis: mehr moderne Märchen:

Harry Mulisch's Die Entdeckung des Himmels (Original: De ontdekking van de hemel, 1992) ist auch eine fantastische Geschichte, die auf jeden Fall zu den besten Romanen der Gegenwart zählt, auch wenn mich der Schluss ein bisschen enttäuscht hat. Das Buch wurde mir als "Besserwisserlektüre" geschenkt (mit der Annahme das Schenkerin und Beschenkter Besserwisser sind?) denn es ist wirklich Literatur für Intellektuelle, insbesondere wenn man sich für Zeitgeschichte, Philosophie und Wissenschaft interessiert. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher ob ich die Story wirklich verstanden habe.

Die Farben der Zeit
Die Farben der Zeit (Original: To say nothing of the dog, 1997) von Connie Willis ist eins dieser Bücher, dem man besser nicht das Etikett "Science Fiction" aufdrücken sollte. Science kommt nur am Rande vor (und ist hier weder glaubwürdig noch relevant). Interessant sind die Zeitreisen, die vor allem ins viktorianische Zeitalter in England führen und besonders alle diejenigen amüsieren werden, die sich mit der Literatur jener Zeit gut auskennen. Ich gehöre eigentlich nicht dazu und habe bestimmt die eine oder andere Anspielung verpasst, aber das Buch hat mir wirklich viel Spass gemacht. Die Situationskomik versteht man nämlich auch so.
Neben Shakespeare beziehen sich Willis' Anspielungenvor allem auch auf Three Men in a Boat und schließlich auch auf Lewis Carroll und seine Geschichten von Alice im Wunderland (Alice's Adventures in Wonderland, 1862; Fortsetzung: Through the Looking Glass).

 


Solaris: Standislaw Lem, Andrej Tarkowskij und Steven Spielberg:

Lem's Solaris in der russischen Verfilmung (Солярис) von Andrej Tarkovskij (Андрµй Тарко²ский)
Stanislaw Lem (1921-2006): Solaris - Die Neuausgabe des nunmehr zweifach verfilmten Romans Solaris des Autors und Satirikers Stanislaw Lem beginnt mit einem Vorwort von Ursula K. Le Guin (Der Winterplanet / Die linke Hand der Dunkelheit, 1969), die 1973 aus Solidarität mit Lem auf den Nebula Award verzichtete, nachdem ihm die Ehrenmitgliedschaft bei den Science Fiction Writers of America aberkannt worden war. In den USA erschien der Roman Solaris auch erst 1970, neun Jahre nach der polnischen Erstveröffentlichung. Solaris ist eine seltsame Geschichte über Menschen auf einer Raumstation die um einen Planeten kreist, dessen gigantischer Ozean ein Bewusstsein hat, das sich den Wissenschaftlern aber nicht wirklich erschließen mag. Die Odyssee im Weltraum wird auch hier zu einer Reise in die eigene Vergangenheit ... Obwohl ein guter Freund von mir die neue Spielberg-Verfilmung mit Clooney ganz toll fand, kann ich doch allen nur empfehlen, sich Tarkowski's russischen Film aus den Siebzigern anzusehen. Er ist ein bisschen langatmig, bringt die schräge Atmosphäre wunderbar rüber und ist teilweise auch lustig. Das Buch sollte man natürlich trotzdem lesen! Stanislaw Lem war Arzt, Automechaniker, Intellektueller und Autor zahlreicher phantastischer Romane. Er stand der heutigen Technikverliebtheit immer kritisch gegenüber. Im März 2006 starb er nach langer Krankheit in Krakau. Stanislaw Lem - Lektüre bei Amazon.de ...

Klassiker der Science-Fiction Literatur

Philip K. Dick (1928-1982) hat im Laufe seines Lebens die verschiedensten fantastischen Geschichten geschrieben, manche spannend, manche nachdenklich, und Heyne hat im Rahmen seiner SF-Neuauflagen eine Anthologie mit dem Titel Der unmögliche Planet zusammengestellt, darin Total Recall (Erinnerungen en gros - Original: We Can Remember It For You Wholesale, 1966) und Minority Report, die ja auch aus dem Kino bekannt sind. Eine der besten Sammlungen von SF-Stories überhaupt!

John Brunner zählt zu Recht zu den hoch geschätzten Klassikern der Science-Fiction-Literatur.
Seine Themen Cyberspace (Der Schockwellenreiter / The Shockwave Rider), Öko-Katastrophe (Schafe blicken auf / The Sheep Look Up) und eine epische Erzählung (Die Gussform der Zeit / The Crucible of Time) faszinieren auch über zwanzig Jahre nachdem sie geschrieben wurden.

Jack Vance's Krieg der Gehirne (Original: Nopalgarth) ist nicht nur ein weiteres Beispiel für bescheuerte Titel deutscher Übersetzungen, sondern auch eine nette kleine (SF) Geschichte über den scheinbar oder tatsächlich befreiten Geist. Bei Bastei Lübbe erschienen im Doppelband mit Kriegssprachen (Original: The Languages of Pao), einer etwas schwächeren aber auch lesenswerten Geschichte. Beide übrigens fast 50 Jahre alt.

David Brin: Der Übungseffekt (Original: The Practise Effect), Erde (Original: Earth, 1990)
David Brin ist sowohl als Wissenschaftler wie als SF-Autor geachtet und mit Preisen ausgezeichnet, und das zu Recht. Er kann in der selben Geschichte glaubwürdige Schilderungen mit äußerst unglaublichen Entwicklungen der Story verbinden, und so dramatisch und bedrohlich alles zwischendurch ist, stimmt es wirklich dass der Mann seinen Optimismus in seinen Romanen zum Ausruck bringt. Sonnentaucher (Sundiver, 1980, auf Deutsch erst 1995 erschienen) ist machmal konfus, manchmal witzig und voller überraschender Wendungen wie in einem Krimi.

Bedenke Phlebas (Original: Consider Phlebas) von Ian M. Banks ist SF im klassischen Stil, aber man kann es auch als Parodie auf den tragischen und nutzlosen Konflikt zwischen "westlicher" und arabischer Kultur lesen.




Dune - der Wüstenplanet
Der Wüstenplanet (Dune, 1965) von Frank Herbert zählt zu den bekanntesten SF Werken und ist auf unterschiedlichste Weise verfilmt worden, diverse Spin-Offs wurden veröffentlicht (ich habe sie nicht gelesen, mir wurde sogar davon abgeraten). Die Bewohner des Wüstenplaneten Arrakis haben erstaunlich viel mit den Touareg gemeinsam und manchmal scheint es einem, als lese man eine Dokumentation über eine spezielle islamische Bruderschaft die sich in die Wüste zurückgezogen haben. Allerdings hat man von diesen krassen Sandwürmern auf unserer Erde noch nicht gehört, wohl aber von ähnlichen adligen und politischen Intrigen wie sie zwischen den herrschenden Häusern der Planeten ausgefochten werden. Die Geschichte des Wüstenplaneten hat etwas angenehm altertümliches, fast schon märchenhaftes an sich. Der Roman kommt im Original am Besten, die deutsche Übersetzung von Ronald Hahn ist gelegentlich recht eigenwillig.


Rebell(inn)en im Cyberspace: Piercy, Noon und Stephenson:

Marge Piercy: Er, Sie und Es (Original: He, She and It)
Dieses ungewöhnliche Buch ist nicht nur "eine verblüffende Kombination aus Cyberpunk und jüdischer Kultur" (Wolfgang Tress), sondern vor allem ein Buch das seine Fans auch außerhalb der technikverliebten SciFi-Szene gefunden hat. Garniert durch Rückblicke ins historische Prag, wo die alte Legende des Golem lebendig wird, ist dieser Roman ein sehr vielseitiges Lesevergnügen. Piercy gelingt es, in einer grotesken düsteren Zukunftsvision eine kleine Utopie aufleben zu lassen.

Pollen vom Science-Fiction Beatnik Jeff Noon
Jeff Noon hat einige sehr abgedrehte Bücher geschrieben. Seine Form des Cyberspace ist eher Beat-Literatur als Science Fiction. Die handelnden Personen und Wesen saugen an speziellen Federn um in den Vurt zu gelangen, der seinerseits mehr Einfluss auf die (nicht) normale, reale Welt nehmen möchte. Das ganze spielt in einem zukünftigen Manchester, dessen seltsame Bewohner (u.a. Hundemenschen und Halbtote) bestimmt auch eine Parodie auf die Welt des 20. Jahrhunderts darstellen sollen. Der erste Band, Vurt (1993), trägt auf Deutsch den dämlichen Titel Gelb, die Fortsetzung heißt Pollen (1995).

N. Stephenson: Snow Crash (1993)
Stephensons Vision des Cyberspace, des dreidimensionalen Internet, hat so manchen Programmierer inspiriert; heutige LeserInnen werden sich vielleicht mehr an den geistreichen Anspielungen auf die Religionen und Kulturen seit Babylonischen Zeiten erfreuen und an dem schnellen, umgangssprachlichen Ton, in dem diese wilde Geschichte erzählt wird, die ursprünglich als Comic-Album geplant war. Die Helden Hiro Protagonist (wie der Name schon sagt) und Y.T., eine jugendliche Kurierfahrerin auf einem Hightech- Skateboard kämpfen gegen eine Weltverschwörung, die Religion, Computerviren und echte Viren zu ihren Werkzeugen zählt. Snow Crash ist eine dieser Stories die unter dem Deckmantel der Science Fiction viel über unsere Gegenwart verraten.



Avalon, Mittelerde und Hogwarts:

Die Nebel von Avalon
Marion Z. Bradley: Die Nebel von Avalon (The Mists of Avalon, 1982)
J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe (The Lord of the Rings, 1955)
Joan K. Rowling: Harry Potter (Serie, 1997-2007)

Diese Romane sind weltberühmt, und ebenso wie Umberto Eco's Name der Rose "muss" man sie einfach gelesen haben. Es genügt nicht, die Filme zu sehen, zumal die Verfilmung der Nebel von Avalon wirklich schlecht geworden ist. Umfangreich wie diese Romane sind, sollte man sich viel Zeit dafür nehmen. "Die Nebel von Avalon" erzählt die Sage um König Artus, doch obwohl es auch ein Ritterroman ist, werden allerdings die Schlachten eher am Rande erwähnt, Gefühle, Magie und Religion stehen hier im Vordegrund. Weniger bekannt ist der Roman Die Priesterin von Avalon (The Priestess of Avalon, Bradley und Diana L. Paxson, 2000). Dieser Roman spielt in der Zeit vor den Nebeln von Avalon und erzählt die Geschichte der Avalon-Priesterin Eilan, die als Julia Helena auf sehr weltlichen Pfaden wandelt, den späteren Kaiser Konstantin zur Welt bringt, mit Papst Sylvester Kranke pflegt, und dabei ihrem keltischen Glauben treu bleibt. Nach dem Tod der Autorin Marion Zimmer Bradley wurde das Buch von ihrer Kollegin Diana L. Paxson fertiggestellt, die ihre eigenen Erfahrungen mit heutigen keltischen Kulten gemacht hat. Eine ganz andere Interpretation des Themas Avalon hat hingegen Mamoru Oshii in seinem gleichnamigen Film zu bieten (siehe Fantastische Filme ...). Ebenso wie Julia Helena muss auch die junge Johanna im Frühmittelalter einen langen und gefährlichen Weg auf sich nehmen, bis sie schließlich "Die Päpstin" wird - der gleichnamige Roman wurde inzwischen auch eindrucksvoll neu verfilmt.


Cornelia Funke ist nicht nur für Ihre Tintentherz-Reihe berühmt, sie schrieb auch zahlreiche fantastische Kinderbücher. Auf den Hörbuch-Versionen erweist sich Cornelia Funke auch als großartige Vorleserin, beispielsweise bei der Geschichte um die Elfenkönigin Potilla oder die Geschichte des Erdmonsters Zottelkralle. Ein Klassiker der fantastischen Literatur für Kinder ist und bleibt auch der kleine Vampir von Angela Sommer-Bodenburg.

Säbelrasseln in allen Details findet man (neben Elfenliedern und allem was dazu gehört) in J.R.R. Tolkien's Klassiker Der Herr der Ringe (1954/55) am Besten in der beliebten alten Übersetzung von Margaret Carroux, wenn man sie bekommen kann (Tipp: Bücherei). Die englische Version ist auch lesenswert, wenn auch nicht ganz leicht weil viel altertümliche Sprache vorkommt. Es gibt ein Taschenbuch mit allen drei Bänden und ausführlichem Anhang vom Harper Collins Verlag. Über die Handlung muss man nicht viele Worte verlieren, es geht um den Kampf zwischen Gut und Böse, der detailverliebt auf über 1000 Seiten ausgebreitet wird. Das im Buch allgegenwärtige Rassendenken (Elfen, Orks, Menschen, Hobbits und Zwerge) ist sicherlich aus der damaligen Zeit heraus zu erklären, genau wie die Anlehnung an die politische Landkarte Europas: die Guten wohnen im Westen und emigrieren notfalls weiter westlich nach Übersee ...

Passende Orte um die Avalon-Bücher oder den Herren der Ringe zu lesen sind natürlich die ehemals keltischen Gegenden in England, bzw. wenn einem das zu weit oder zu teuer ist, warum nicht auch die Bretagne? Am besten im Sommer wenn in einem der historischen Dörfer die mittelalterlichen Umzüge (Village Viking) stattfinden. Das Mittelalter ist ja überhaupt wieder sehr zeitgemäß, bei den einen als Hobby, bei anderen leider in Form von religiösem Fundamentalismus. In seinem Roman "Der Name der Rose" liefert Umberto Eco nicht nur einen spannenden Krimi in dunklen Gemäuern, sondern auch einen historisch fundierten Einblick in die Theologie und Geistesgeschichte des Hochmittelalters.

Harry Potter und der Gefangene von Azkaban - sehenswerter Film!
Ein guter Freund fragte mich mit verwundertem Blick auf meine Bücher im Rucksack, ob denn Harry Potter wirklich so toll wäre. Ja! Es sind großartige Bücher! Die Serie der insgesamt sieben Bände beginnt als Kinderbuch, aber im Laufe der Story wird die Welt von Hogwarts immer komplexer und hintergründiger. Gerade die späteren Bücher sind auch erstaunlich düster, wenn man bedenkt dass sie so ein Massenpublikum ansprechen konnten. Aber vielleicht ist das gerade der Grund für den Erfolg, dass J.K. Rowling die Kids nicht mit irgendwelchen Friede - Freude - Eierkuchen - Szenarien abspeisen will. Und trotz aller Magie ist Harry Potter auch gar nicht so unrealistisch, im Gegenteil ist es oft eine ironische Parodie auf unsere wirkliche Welt. Ich habe alle Bücher direkt hintereinander gelesen und kann das auch allen anderen Potter-Einsteigern empfehlen. Facts und Links zu Harry Potter


Fantastische Filme?

Ähnlich faszinierend wie ein fantastischer Roman ist ein wunderbarer und gut gemachter Film. Auch eine Roman-Verfilmung muss keineswegs die eigene Vorstellung im Kopf verdrängen, es kann auch beides ebenso parallel existieren wie unterschiedliche Verfilmungen der selben Vorlage. Remakes verblassen oft im Glanz des Orginals, sind aber für sich betrachtet oft ein sehenswerter Film. Solaris, Wüstenplanet und Kingdom Hospital sind gute Beispiele dafür. Fantasy-Verfilmungen haben es oft besonders schwer, auch wenn Regisseure und Film-Team eng mit Autorin bzw. Autor zusammen arbeiten, wie es bekanntlich bei Harry Potter der Fall war.


Fantastische Filme | фантастичµской литµратуры | Indien-Bücher | Szene-Literatur